Das Gemeinschaftsprojekt “Schrättle” der KLAR! Vorderwald-Egg und des Kulturbüro Bregenzerwald kommuniziert seit November 2021 die Herausforderungen des Klimawandels anhand einer Vielzahl an Kulturprojekten, die rund um die Figur des „Schrättle“erdacht wurden.

Ein Waldwesen als zentrale Figur
Die wundersame Gestalt des Schrättle kann man sich so vorstellen: drei Bregenzerwälder-Gôßkäs hoch, mit einer birkenrindenartigen Haut und Moosbewuchs auf dem Kopf. Die Fußsohlen sind ebenfalls mit einer dicken Moos-Schicht bewachsen, was ihm ein beinahe lautloses Wandeln durch den Wald ermöglicht. Schrättle tragen Baumringe am Bauch, mit denen sie ihr eigenes Alter bestimmen können. Sie glauben an die Kraft des Mondes, sind extrem wünderig und faul. Ein Schrättle kann schon im Baumschul-Alter 100 Arten von Schlaf aufzählen und praktiziert mindestens 10 davon täglich. Schrättle sind lebensklug und mutig – sie fürchten nur Blitz und Feuer.
Im kurzen Informationsfilm von Barbara Marte kommt das Schrättle selbst zu Wort und lädt ein, sich mit den komplexen Zusammenhängen von Wald und Klima auseinanderzusetzen.
Vielfältige Bildungsmodule für Schüler*innen und Kindergartenkinder
Ausgehend von der Figur des Schrättles und seiner Entstehungsgeschichte wurde ein buntes Kultur- und Bildungsprogramm entwickelt: so ging die Geschichte mit Katharina Ritter auf große Erzähltournee an die Volksschulen der Energieregion.

Im Anschluss daran veranstaltete der Familienverband Hittisau einen öffentlichen Nachmittag, an dem alle Interessierten die Möglichkeit hatten, sich mit den komplexen Zusammenhängen von Umwelt und eigenem Handeln auseinanderzusetzen. Die Neue Musikmittelschule Lingenau komponierte einen Schrättle-Rap. Ein weiteres Modul beinhaltete einen Zeichenwettbewerb für Jugendliche am BORG Egg, die das Schrättle visualisierten, inklusive Vernissage und Publikumsvoting.

Die Neue Mittelschule Lingenau komponierte den Schrättle-Rap. Dauerhaft zur Verfügung stehen Unterrichtsimpulse aus dem Projekt ebenso wie das Noten-Material für den „Schrättle-Brumm“.
Das sagenhafte, wilde Waldwesen des Schrättle fungierte bei allen Veranstaltungen und Bildungsangeboten als Identifikationsfigur und schärfte bei den Kindern und Jugendlichen den Blick auf die Veränderungen und Nöte ihrer und unserer direkten Umwelt.
„Die Verbindung von Kultur und Klima ist eine vorteilhafte Kombination, um zentrale Themen für Kinder wie auch für Erwachsene greifbarer zu machen“, erklärt Veronika Sutterlüty vom Kulturbüro Bregenzerwald. „Individuelle Potentiale und Talente lassen sich so fördern und unseren Gemeinschaftssinn stärken“.
Für die KLAR! Region Vorderwald-Egg betont Dorothee Glöckle den Natur- und Wissenschaftsaspekt in diesem Projekt. „Die Mitwirkung von Waldpädagog:innen und Waldexpert:innen ermöglicht die Weitergabe fundierter Kenntnisse über unsere Natur und Wälder.“


